SC Hattersheim 1
6. Runde
6. Runde, 12.2.2012
SC 1979 Hattersheim1 - SG Eppstein 3 4,5:3,5
1: Rauschenbach,Rainer (1857) - Fischer,Roger (1973) 0.5 - 0.5
2: Drill,Frank (2021) - Sehr,Alexander (1989) 0.5 - 0.5
3: Arnold,Mark (1903) - Friedrich,Michael (1832) 0.5 - 0.5
4: Lukas,Sebastian (1754) - Windhaus,Dirk (1778) 0-1
5: Bernhardt,Michael (1910) - Förster,Jürgen (1802) 1-0
6: Klein,Markus (1705) - Herrmann,Rainer (1825) 1-0
7: Budde,Michael (1712) - Khalimov,Khayot (1735) 0-1
8: Kraus,Thomas (1871) - Tergau,Ulrich,Dr. (1657) 1-0
5. Runde
5. Runde, 29.1.2012
SC Höchst 1 - SC 1979 Hattersheim 1 6:2
1: Ambrosius,Berthold (2052) - Rauschenbach,Rainer (1857) 0.5-0.5
2: Liebeck,Günter (2004) - Drill,Frank (2021) 1-0
3: Dornseiff,Horst (1959) - Lukas,Sebastian (1754) 1-0
4: Bauer,Joachim,Prof. Dr. (1929) - Bernhardt,Michael (1910) 0,5-0,5
5: Fernengel,Rudolf (1804) - Klein,Markus (1705) 1-0
6: Barleben,Dr. Thomas (1677) - Budde,Michael (1712) 1-0
7: Moos,Dieter (1844) - Kraus,Thomas (1871) 0-1
8: Diehl,Stefan (1701) - Denz, Markus (1602) 1-0
Deutliche Niederlage gegen sehr stark spielenden Gegner!
Im Match gegen den SC Höchst Sonntag den 29.01.2012 mussten wir einige unschöne Niederlagen hinnehmen.
Bei Rainer an Brett 1 war es ziemlich ausgeglichen in einem Endspiel aus Doppelturm, Doppelläufer und 4 Bauern auf jeder Seite .So dass man sich auf ein Remis einigte.
Die Stellung an Brett 2 bei Frank sah ziemlich kompliziert aus, da möchte ich mir kein analytisches Urteil bilden. Frank hat aber nach eigenen Angaben in der Partie kein Land gesehen, und kapitulierte schließlich.
Sebastian an Brett 3 eroberte relativ früh einen Bauern, gab dem Gegner dafür aber das Läuferpaar. Der Bauer von Sebastian konnte dann doch nicht gehalten werden, was die Partie dann später gegen uns entschied.
Michael an Brett 4 hatte in einer ziemlich taktischen Verwicklung im Mittelspiel einen Läufer gegen 2 Bauern geopfert, (eingestellt?) erkämpfte nach genauem Spiel aber noch ein Remis.
Bei Markus an Brett 5 sah es eigentlich recht viel versprechend aus, er hatte mit 3 Bauern in der Mitte absolute Zentrumskontrolle, auch das Spiel an den anderen beiden Flügeln hatte er ziemlich gut unter Kontrolle.
Als Markus dann aber in Zeitnot kam, schaffte es der Gegner nach und nach sich aus seiner passiven Lage zu befreien und konterte im Endspiel aufgrund des Zeitvorteils, so dass auch Markus kapitulieren musste.
Ich an Brett 6 habe in der Eröffnung ziemlich motiviert einen Zentralbauern weit nach vorne gedrückt um die Entwicklung meines Gegners zu hemmen. Leider habe ich ein paar Feinheiten beim Gegenspiel meines Gegners unterschätzt, so dass ich den weit vorgerückten Bauern mangels ausreichender Deckung nicht halten konnte. Dadurch verlor ich die Zentrumskontrolle und die Partie.
Thomas Kraus an Brett 7 hat unsere Ehre an diesem Tag verteidigt. Er erziehlte durch einen taktischen Schlag im Endspiel einen Materialvorteil von 2 verbundenen Freibauern + Läufer gegen den König und gewann so problemlos.
Markus Denz an Brett 8 hat sich in einem taktischen Gefecht verrechnet und so einen Läufer und somit die Partie einstellen müssen.
M.Budde
4. Runde
4. Runde, 4.12.2011
SC 1979 Hattersheim1 - SV Ffm Griesheim 1 3,5:4,5
1: Rauschenbach,Rainer (1857) Mellal,Hischam (1992) 0.5 - 0.5
2: Arnold,Mark (1903) - Blum,Ralph (1984) 1-0
3: Drill,Frank (2021) - Ivanovic,Petar (1937) 1-0
4: Lukas,Sebastian (1754) - Zobel,Thomas (1960) 0-1
5: Bernhardt,Michael (1910) - Rutkowski,Jörg (1921) 0-1
6: Klein,Markus (1705) - Barisch,Florian (1819) 0-1
7: Budde,Michael (1712) - Ereth,Gernot (1708) 0-1
8: Kraus,Thomas (1871) - Berrou,Mohammed (1750) 1-0
Voller Motivation trafen wir auf Griesheim. Diese kamen erstmal mit 6 angereist, wobei sich 2 Spieler einige Minuten verspäten würden. Wir dagegen mussten anfangs auf Frank verzichten, der wegen schlechter Abstimmung mit der S-Bahn kommen musste und mit Zeitnachteil von 40 min anfangen am Brett 3 musste.
Es lief auch alles am Anfang ganz gut. Rainer hatte mit der Abtauschvariante im Französischen keine Probleme und glich schnell aus. Die entstehende Stellung war übersichtlich-fast gefährlich einlullend- und sein Gegner schaffte es auch im Mittelspiel nicht, Rainer ernsthaft zu fordern.
Mark verlor in der Eröffnung einen Bauern, hatte aber eine gute Stellung mit Weiß und mehr Raum im Zentrum.
Frank glich ebenfalls schnell aus. Sebastian musste sich mit der Philidor-Verteidigung auseinander setzen, während Michael Bernhard gegen J. Rutkowsky den Königsinder versuchten, wobei mit der 4-Bauernvariante von vorne herein sehr viel Spannung auf dem Brett erzeugt wurde. Ich durfte auch mit Weiß gegen Königsindisch spielen und war nach der Eröffnung zufrieden. Michael Budde verteidigte sich im Spanier gekonnt und kam zu seinem druckvollen Angriffsspiel. Thomas hatte mit dem Falkbeer- Gegengambit die wohl schärfste von uns allen Eröffnung auf dem Brett, was sich an dem Zeitverbrauch sowohl bei ihm als auch bei seinem starken Gegner niederschlug.
Es entwickelte sich zur Halbzeit auch ganz gut, insbesondere Michael Bernhard hatte sich gut behauptet, musste dann aber seinen schwarzfeldrigen Läufer hergeben, was seinem Gegner in der Folge Drohungen über die schwarzen Felder verschaffte. Eine dieser Drohungen entlang der Hauptdiagonale führte dann später auch zum Figurenverlust und baldigen Aufgabe. Rainers Partie blieb in der Remisbreite und so erkämpfte er uns den ersten halben Punkt. Zu dem Zeitpunkt stand Michael an Brett 7 sehr gut, Thomas sehr luftig aber mit mächtigen Bauern auf c5/d6, was seinen Gegner sehr einschnürte. Mark hatte gutes Spiel im Zentrum und Sebastian stand ebenfalls nicht schlechter.Dnan kippte Michaels Spiel und er stand schlechter, Mark gewann jedoch und auch bei Frank zeichnete sich nach einem Fehler von P. Ivanovic im Zentrum ab, dass nun Schwarz auf Gewinn spielen konnte.
Ich hatte Gegenspiel am Damenflügel und erhielt die A-Linie, wobei mein Gegner am Königsflügel die Bauern marschieren ließ. Mit kanpp 20 min Zeitvorteil war ich noch guter Dinge. Dann entschied sich Thomas Partie zu unseren Gunsten, somit 2,5 zu 2,5. In der Zeitnotphase – man sagte mir in aussichtsreicherer Stellung- machte Sebastian dann einen Fehler und gab auf, ich patze ebenfalls und verlor eine Figur im 39.Zug. Angreifen ist gerade in Zeitnot einfacher als verteidigen. Ich kämpfte dann noch eine halbe Stunde weiter, Frank hatte zwischenzeitlich gewonnen und Michael verloren, konnte aber den dringend benötigten halben Punkt nicht holen. Diesmal waren die Bretter 5 bis 7 entscheidend gewesen.
Zur Halbzeit haben wir schon gegen die beiden in der Tabelle führenden Mannschaften gespielt. Die ersten vier Bretter holten alle mindestens 50% (Toll!) , herausragend Sebastian mit 3 aus 4.
An den Brettern 4-8 ist Michael Bernhard mit 3 Punkten vor Thomas mit 2,5 Punkten im grünen Bereich, nur bei mir (1 aus 4) und Michael (0,5 aus 4) sollte in den nächsten Spiele noch deutlich mehr kommen.
Markus
3. Runde
3. Runde, 6.11.2011
Sfr. Taunus 1 - SC 1979 Hattersheim 1 2:6
1: Limberg,Siegfried (2032) - Rauschenbach,Rainer (1857) 0.5 - 0.5
2: Kreß,Hans-Joachim (1799) - Drill,Frank (2021) 0-1
3: Podubrin,Alfred (1820) - Arnold,Mark (1903) 0,5-0,5
4: Roth,Reinhard (1659) - Lukas,Sebastian (1754) 0-1
5: Gubkin,Jurij (1768) - Bernhardt,Michael (1910) 0-1
6: Villmer,Karl (1740) - Klein,Markus (1705) 0-1
7: Bender,Dirk (1640) - Budde,Michael (1712) 1-0
8: Bender,Manfred (1526) - Kraus,Thomas (1871) 0-1
Runde 2
2. Runde, 9.10.2011
SC Hattersheim 1 - SC Bad Soden 1 3,5-4,5
1: Rauschenbach, Rainer (1857) - Rödiger, Thomas (1954) 1-0
2: Drill, Frank (2021) - Martin,Reiner,Dr. (2017) 0-1
3: Arnold, Mark (1903) - Veenstra, Sander (1885) 0,5-0,5
4: Lukas, Sebastian (1754) - Dietz, Gerrolf (1889) 1-0
5: Bernhardt, Michael (1910) - Kellerwessel, Ralf (1841) 1-0
6: Klein, Markus (1705) - Großjohann (1786) 0-1
7: Budde, Michael (1712) - Zöller, Raimund (1769) 0-1
8: Kraus, Thomas (1871) Bittner, Friedrich (1840) 0-1
Bericht:
Nach dem schon etwas verkorksten Auftakt gegen Kelsterbach (4:4) fehlte uns leider wieder das Quäntchen Glück, um gegen die zugegebenermaßen stärkeren Bad Sodener zumindest einen Punkt zu holen.
Der Spieltag begann bereits nicht besonders verheißungsvoll, als Thomas Kraus im Königsgambit etwas überzogen eine Figur opferte, dafür aber nie ausreichend Ersatz in Form eines Angriffs erhielt. Sein Gegner behielt danach stets die Kontrolle, so dass hier das Ergebnis schon recht früh feststand. Wenig später war auch die Partie von Frank Drill beendet. Er und sein Gegner hatten unterschiedlich rochiert, allerdings kam Franks Angriff nicht richtig ins Rollen und er verlor bald darauf einen Bauern und auch die Kontrolle über das Zentrum. Franks Gegner erhöhte den Druck kontinuierlich weiter und entschied so die Partie schnell für sich.
Bei diesem Stand bekamen Mark Arnold und Michael Budde fast zeitgleich Remisangebote. Marks Partie hatte einen recht ausgeglichenen Verlauf genommen und auch die aktuelle Stellung (jeweils Dame, Leichtfigur und eine symmetrische Bauernstruktur) ließ jegliche Gewinnaussichten illusorisch erscheinen, so dass ich trotz der Gesamtsituation nichts einwenden konnte. Bei Michaels Partie sah ich dagegen durchaus Potential, auf Gewinn zu spielen, welches er auch zumindest eine Zeitlang nutzte.
Die restlichen Bretter gaben nicht besonders viel Anlass zu Hoffnung. Zwar hatte Sebastian Lukas einmal mehr bewiesen, dass er in der Sizillianischen Eröffnung zuhause ist (unter besonderer Beachtung der jeweiligen Bauernstruktur) und bereits nach zwölf Zügen die Qualität gewonnen, aber Rainer und Markus Klein standen höchstens ein bisschen besser, während ich nach einer unkonzentrierten Eröffnung die Rochade verloren hatte und mit meinem König unsicher in der Mitte stand.
Zu diesem Zeitpunkt entschied Rainer seine Partie überraschend schnell für sich. Er war mit einem Turm auf die zweite Reihe gelangt und bedrohte zusammen mit der Dame den schwachen Punkt f2, der nicht mehr zu decken war. Der Hoffnungsschimmer, der daraufhin aufleuchtete, verschwand leider bald wieder, als Markus seine an und für sich recht ausbaufähige Stellung in Zeitnot wegschmiss. Jaja, die Zeit...
Nachdem Sebastian seine Partie souverän zu Ende gebracht hatte, stand es nun 2,5:3,5 gegen uns. Leider hatte Michael Budde seinen kleinen Vorteil zunichte gemacht, indem er die Damen abtauschte und es seinem Gegner dadurch im entstehenden Springerendspiel erlaubte, seinen Springer auf ein ideales Blockadefeld zu platzieren (Nimzowitsch lässt grüßen!). So war ich gezwungen, meine mittlerweile wieder etwas stabilisierte Stellung zu öffnen in dem Versuch, auf Gewinn zu spielen. Nachdem ich mir noch einen großen Konzentrationsfehler geleistet hatte, landete ich in einem verlorenen Turmendspiel; als mir mein Gegner daraufhin allerdings ein zweizügiges Hilfsmatt anbot, griff ich zu...
Allerdings gelang es Michael Budde daraufhin nicht, sein Endspiel wie in der ersten Runde remis zu halten, so dass es zu dem unglücklichen Endergebnis kam.
Michael Bernhardt
Runde 1
1. Runde, 25.9.2011
SV Kelsterbach 1 - SC Hattersheim 1 4:4
1: Zweschper, Erich(2079) - Drill, Frank (2021) 0,-0,5
2: Köstler, Peter (1786) - Rauschenbach, Rainer (1857) 1-0
3: Grätzer,S tefan (1812) - Arnold, Mark (1903) 0,5-0,5
4: Sinanovic,S inan (1865) - Lukas, Sebastian (1754) 0-1
5: Zöller, Norbert,Dr. (1831) - Bernhardt, Michael (1910) 0-1
6: Hörner, Reinhold (1800) - Klein, Markus (1705) 1-0
7: Bernhard, Norbert (1738) - Budde, Michael (1712) 0,5-0,5
8: Preiß, Matthias (1474) - Kraus, Thomas (1871) 0,5-0,5
Punkteteilung zum Saisonauftakt
SC Hattersheim startet mit leistungsgerechten 4:4 in Kelsterbach - Zeitnotakrobat Sebastian L. genügten 78 Sekunden für 15 Züge
Als Standortbestimmung über den weiteren Saisonverlauf galt die Auftaktbegegnung der ersten Mannschaft des Schachclubs Hattersheim beim SV Kelsterbach. Laut DWZ-Rangliste stellen die Gastgeber mit einem Schnitt von 1847 DWZ das fünfstärkste Team der Main-Taunus-Liga, knapp dahinter auf Rang sechs befinden sich die Posthofbewohner (Schnitt: 1843). Ein Gegner auf Augenhöhe also, der Vergleich in der Vorsaison endete 4:4.
Nach etwas mehr als drei Stunden gingen die in Bestbesetzung angetretenen Gäste mit 1:0 in Führung. Teamchef Michael Bernhardt (Brett fünf) hatte als Anziehender seinem Kontrahenten Dr. Zöller in der Englischen Partie bereits frühzeitig einen Doppelbauern auf der c-Linie verpasst, wobei der Kelsterbacher dafür über gewisses Druckspiel auf der offenen e-Linie verfügte. Im Bemühen, die Aktivität der schwarzen Schwerfiguren zu maximieren, verzichtete der Kelsterbacher darauf, seine maroden Damenflügelbauern unter den Schutz des Rettungsschirms zu stellen, sodass sich Michaels Dame in der von schwarzen Offizieren preisgegebenen Zone nach Herzenslust durchfressen konnte. Bereits mit drei Mehrbauern ausgestattet, gönnte sich unser Kapitän als Nachschlag noch die schwarze Dame, die er in Folge eines Überlastungsmotivs auf der Grundreihe für das Linsengericht eines eigenen Turms einkassierte.
Auch Sebastian Lukas steuerte am vierten Brett einem ungefährdeten Partieerfolg entgegen. Eigener Aussage zufolge hatte er sich zwar auf den falschen Gegner, dafür aber auf die richtige Eröffnung vorbereitet. Für unsere Schwarzspieler war die Vorbereitung allerdings auch nicht allzu aufwendig, spielten an diesem Sonntagnachmittag doch alle vier Kelsterbacher Weißspieler das stereotype Londoner System mit der Zugfolge d4, Sf3, Lf4 nebst c3 + e3.
Na ja, so gänzlich ungefährdet war Sebastians Sieg trotz gut verzinster Rückeroberung der geopferten Figur dann doch nicht. Als ich nach knapp drei Stunden einmal kurz bei ihm vorbei schaute, zeigte das Zifferblatt der digitalen Schachuhr bei Weiß (Sinanovic) 1.12 Stunden und bei Sebastian 1.18 “Stunden” Restbedenkzeit an, wobei zu diesem Zeitpunkt von beiden Parteien rund 25 Züge absolviert waren. “Klare Sache !”, so meine Einschätzung, beruhend auf der “Tatsache”, dass unser Mann einen Mehrbauern bei starken Königsangriff sowie vier Minuten mehr auf der Schachuhr hatte.
Erfreut darüber, dass Sebastian in den sieben Jahren meiner Abwesenheit es offenbar gelernt hat, sich seine Bedenkzeit solide einzuteilen, wollte ich schon weiter gehen, als mich ein logisches Problem stutzig machte. Wieso zeigt der digitale Wecker (basierend auf 2.00 Stunden) einen Bedenkzeitverbrauch von gerade einmal 48 Minuten (Weiß) bzw. 42 Minuten (Schwarz) an, wo doch schon knapp drei Stunden gespielt waren. Haben die beiden Herrschaften an Brett vier gegen 15.30 Uhr stillschweigend eine neue Partie begonnen ?
Okay, der werte Leser dürfte des Pudels Kern bereits erahnt haben. Unser Zeitnotakrobat hatte leider keineswegs das wünschenswerte Polster von einer Stunde und 18 Minuten. Es waren vielmehr 78 Sekunden für 15 Züge, was dem weiteren Partieverlauf publikumsfreundlich eine melodramatische Note verlieh.
Statt die in “Schach für Tiger !“, dem legendären Standardwerk von Simon Webb aus den frühen Achtzigern, empfohlene “Trommelfeuertaktik” anzuwenden - die beinhaltet, dass die Partei mit dem erdrückenden Zeitübergewicht eine komplizierte Variante ca. 15-20 Minuten berechnet und dann in Trommelfeuermanier 3-4 Züge kurz hintereinander aufs Brett knallt, um dann den Gegner von neuem 15-20 Minuten zappeln zu lassen - verzichtete Herr Sinanovic auf den ersten Teil der Webb´schen Lehre, also jenen Absatz, der das zeitintensive Variantenstudium beinhaltet. Frei nach dem Motto: “Je schneller ich zieh, desto schneller gewinne ich nach Zeit !” wurde vielmehr mit unbändiger Hast auf den digitalen Hebel gekloppt.
Abgesehen vom vermeintlichen Damengewinn durch eine imaginäre Springergabel auf e2, die in Wahrheit einen Springer gekostet hätte (Laut Regelwerk des Weltschachverbandes durfte Sebastian den Zug zurücknehmen und auf ein nicht vermintes Feld galoppieren, da der Rappe zum Zeitpunkt des lautstarken Protestes von Sinanovic noch nicht von allen fünf Fingern der Ziehhand losgelassen war !), überstand Sebastian die Zeitnotphase bemerkenswert cool ohne truppentechnischen Substanzverlust.
Mit der Ausführung des 40. Zuges verblieben ihm sogar noch ein fettes Polster von acht Sekunden, sodass wohlmeinende Gemüter sich darüber Gedanken machten, ob Sebastian nicht vielleicht doch etwas mehr Bedenkzeit in das frühen Mittelspiel hätte investieren sollen.
Als sich kurz nach dem 40. Zug die Rauchschwaden verzogen, war ein übersichtliches Turmendspiel mit zwei verbundenen Freibauern auf der a + b - Linie entstanden, wobei einer der Gesellen zur Dame wurde.
In der Zwischenzeit waren die Partien an eins und acht für Remis erklärt worden. Ich hatte am Spitzenbrett nach verunglückter Eröffnungsbehandlung von Erich Zweschper einen gesunden Mehrbauern, da in der gespielten Zugfolge 1. d4 d6 2. e4 Sf6 3. Sc3 c5 ?! 4. dc5: Da5 5. cd6: das “logische” 5...Se4: am Ausheber 6. Dd5 ! +- scheitert, sodass Erich notgedrungen mit 5... Sc6 improvisieren musste. Im weiteren Verlauf bekam ich es leider nicht gebacken, die dynamische Stellung zu beruhigen. Vielmehr bekam der langjährige Eppsteiner Hessenligaspieler mit pfiffigen Manövern ausreichendes Gegenspiel, sodass ich in mittlerweile unklarer Position im 20. Zug die Punkteteilung anbot.
An Brett acht erreichte Thomas Krauss in einiger ruhigen Damenbauerspiel - Position problemlos Ausgleich und einigte sich nach 3,5 stündiger Partiedauer auf die Punkteteilung. Angesichts der Tatsache, dass der Kontrahent 400 DWZ-Punkte “leichter” ist, hätte man möglicherweise noch etwas probieren können. Ich möchte mir aber ohne nähere Kenntnisse über die Schlussstellung kein abschließendes Urteil erlauben.
Dass beim bedingungslos auf Sieg spielen der Schuss genauso gut nach hinten los gehen kann, bewies “El presidente” am zweithöchsten Brett. Bestens präpariert auf das Londoner System hatte Rainer Rauschenbach den frühen Damentausch unter für ihn günstigen Umständen (festgelegte weiße Bauernstruktur am Damenflügel bei eigenem Druckspiel auf der halboffenen a-Linie) erzwungen. Rund 25 Züge war die Stellung leicht vorteilhaft für Rainer (aber auch nicht mehr !). Offenbar verärgert darüber, den störenden weißen Freibauern auf der a-Linie nicht einkassieren zu können, startete Rainer einen unvorbereiteten Königsangriff mit Turmpaar und Springer, der aber absolut nichts einbrachte, außer das Widerpart Peter Köstler in der Zwischenzeit seelenruhig mit a4-a5-a6-a7 seinen Freimops zur Umwandlung führte (2:3). Nach dem Studium von Rainers Partie habe ich jetzt auch begriffen, warum beim FC Bayern München unlängst Louis van Gaal durch Jupp Heynckes ersetzt worden war.
Auch Mark hatte mit Weiß einen guten Aufbau gegen die Modevariante “Skandinavisch mit 3...Dd6” gefunden und verfügte in der Konstellation mit beiderseits Dame, Turm und jeweils zwei Leichtfiguren über einen leichten, aber dauerhaften Positionsvorteil. Leider übersah er die Möglichkeit, forciert die schwarze Dame gegen Turm und Springer zu erbeuten, eine weitere Ungenauigkeit verschaffte seinem Gegenüber Stefan Grätzer die Möglichkeit, den Übergang in ein Remissieges Damenendspiel zu forcieren.
Nun stand es 3,5:2,5 für Hattersheim - die beiden verbliebenen Begegnungen boten allerdings wenig Anlass zu überschäumendem Optimismus. Der normalerweise aggressive Michael Budde spielte mit Weiß gegen Norbert Bernhards Pirc erstaunlich zahm, obwohl sich diese Eröffnung für die Anzettelung eines weißen Königsangriff geradezu ideal eignet. Letztlich kam aus Michaels Sicht nicht mehr heraus als der Übergang in ein Turm-Läufer-Endspiel mit Minusbauern, welches unser Mann nach Bildung einiger Klippen mit anschließender Umschiffung derselben knapp Remis hielt.
Nicht mehr zu retten war hingegen die Partie von Markus Klein, der Sebastians Beispiel gefolgt war und die eigene Bedenkzeit herunterlaufen ließ, ohne dass dem Außenstehenden die Partie besonders kompliziert erschienen war. In Zeitnot folgte die Preisgabe der Qualität. Das materielle Übergewicht führte der Kelsterbacher Reinhold Hörner nach etwas mehr als fünf Stunden zum Sieg, nachdem es Markus zuvor versäumt hatte, mit dem Übergang in ein Endspiel mit Läufer gegen Turm bei beiderseits g + h- Bauern die technische Aufgabe des Anziehenden zumindest zu erschweren.
Frank Drill